Oh Padang…

Oh Padang...

…die Nachrichten sind voll von deprimierenden  Berichten und Bildern von Schmerz und Zerstörung, die das schreckliche Erdbeben vom vergangenem Mittwoch(30.09.2009)  dort angerichtet hat. Indonesiens Erde kommt nicht zur Ruhe – Aceh 2004, Nias 2005, Jogyakarta 2006 – Namen, mit denen sich verheerende Erdbeben verbinden. (siehe Chronik)  Jetzt bei Padang ein Beben der Stärke 7,6 RS, von dem  Seismologen dann sagen, dass es eigentlich nur eines der Vorbeben eines noch zu erwartenden Mega-Bebens sei, bei dem mit einer gewaltigen Tsunami gerechnet werden müßte. Die BILD titelte: „Die Erde macht uns Angst!“

Das Beben vom Mittwoch hatte sein Zentrum in 80km Tiefe im Meeresboden, zu tief um eine Tsunami auszulösen. Aber die tektonischen Spannungen der Erdkruste auf einer Länge von etwa 450km vor der Küste Westsumatras werden sich über kurz oder lang in einem gigantischen Seebeben mit nachfolgendem Tsunami entladen als Fortsetzung der Ereignisse von 2004,  in denen der nördliche Teil Sumatras – besonders Aceh betroffen war. Solche Serien von tektonischen Katastrophen in diesem Teil Indonesiens seien in einem Rythmus von ca. 200 Jahren geologisch nachweisbar.Padang, die dichtbevölkerte Hauptstadt  Westsumatras ist einem meterhohen Tsunami fast wehrlos ausgeliefert: der größte Teil der Stadt liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel.

Oh Padang…

Wie wird man in Zukunft leben in Padang? Padang –   stolze Metropole der Minangkabau und alte holländische Kolonialhauptstadt – ist berühmt für seine schöne Lage am Strand des indischen Ozeans, umgeben von den hohen Bukit-Barisan Bergen – berühmt für seine schönen und selbstbewußten  Frauen – berühmt für seine exzellente Küche – berühmt für seinen sturmsicheren Tiefhafen in der Bucht von Teluk Bayur… und Padang ist auch berühmt für  seine Lieder.  Und eines der berühmtesten Lieder Indonesiens ist das Lied „Teluk Bayur„. „Selamat tinggal Teluk Bayur permai“

Da finde ich in der Onlineausgabe der BILD-Zeitung  folgendes Bild…

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……… das Foto des Jungen mit der Gitarre inmitten des deprimierenden Desasters nach dem Erdbeben berührt mich sehr….  die Gitarre ist ihm geblieben… aber welche Lieder kann man da noch singen? Verstummt  nicht der Mund  und verschließt sich nicht das Herz  in verstörter Traurigkeit nach solchen Erlebnissen? Ja, häufig ist das  leider  so.  Aber die Erfahrung der Menschen zeigt auch , dass gerade dem Singen von Liedern eine erstaunliche Kraft innewohnt, um  traumatische Verluste zu verarbeiten. Gefühle bekommen Namen, der quälend unsagbare Schmerz wird in  Klänge gebannt und allen zugänglich gemacht. Mitgefühl und Teilnahme daran wird möglich.

Mir fällt ein ein alter indonesischer Popsong aus den 60-er Jahren ein, ein vielleicht  sehr sentimentales Lied, das die Erinnerung an die ferne, verlorene Heimat beschwört: „Oh ibuku , hatiku pilu“ („Oh Mutter, mein Herz ist so traurig„),   gesungen von Titiek Sandhora.

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