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WEIHNACHTSKONZERT 2014

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Chor und Orchester  der Städtischen Musikgesellschaft bei ihrem Weihnachtskonzert am Vorabend des 4. Advent in der Kirche St. Peter und Paul. Auch wurde ein  Werk des Eschweiler Komponisten Friedrich Rademacher wunderschön interpretiert. Fotos. Ebbecke-Bückendorf

Ein Abend des Eischwiele Jong

Ehrengast Friedrich „Friedel“ Radermacher darf sein eigenes Werk hören.

Von FRIEDHELM EBBECKE-BÜCKENDORF

Eschweiler. Mit zwei musikalischen Überraschungen begeisterte die Städtische Musikgesellschaft am Vorabend des 4. Advent die vie­len Zuhörer, die zum Weihnachts­konzert in die Kirche St. Peter und Paul gekommen waren. Am Schluss gab es stehenden Bei­fall für Orchester, Chor und Solis­ten, für den Dirigenten Horst Berretz und – ganz besonders warm und herzlich – für den Komponis­ten Friedrich Radermacher.

Profes­sor Radermacher ist sozusagen ein „Eischwiele Jong“. Geboren in Düren, wuchs er in Eschweiler auf und wirkte nach dem Zweiten Weltkrieg auch in der Indestadt, unter anderem als Mitbegründer und bis 1959 auch als Leiter der Städtischen Musikgesellschaft. Später war er stellvertretender Direktor der Musikhochschule Köln. Der 90-jährige Komponist lebt heute in Hilden bei Düssel­dorf. Am Samstag waren er und seine Frau Ehrengäste des Weih­nachtskonzerts, auf dessen Pro­gramm Radermachers 1954 ent­standene  Weihnachtskantilene stand.

Mal geheimnisvoll, mal mystisch

Ein beeindruckendes Werk! Im Wechsel erzählen Chor und Solis­ten – der Tenor Raphael Pauß und die Sopranistin Marlies Buchmann – in dieser Kantilene die Weih­nachtsgeschichte. Das klingt mal geheimnisvoll und mystisch, mal andächtig und fromm, mal su­chend oder sogar verzweiflungs­voll, wie beim Tenorsolo „Die Vä­ter hoffeten auf ihn mit Tränen und mit Flehn“. Und wie in dem Duett „Schlafe du Knabe, schlaf ein“ das Wiegen­lied sich zu weihnachtlichem Ju­bel steigert – das ist wirklich meis­terhaft. Wie auch der andachts­volle Schluss des Werkes, bei dem die gesprochenen Worte „Herr, du bist würdig zu nehmen Lob und Preis und Dank“, von ge­zupften Akkorden der Streicher begleitet wer­den.

Rauschender Beifall

Rauschender Beifall dankte den Interpreten dieses zu Unrecht nur selten aufgeführten Wer­kes. Und auch der Komponist be­dankte sich bei der Musikgesell­schaft und den Solisten, denen es erkennbar Freude gemacht hatte, diese musikalische Weihnachtsge­schichte in allen Nuancen darzu­stellen.                                                                                                                                    Begonnen hatte das Weih­nachtskonzert mit dem Doppelkonzert für zwei Violinen und das, Orchester BWV 1043 von Johann Sebastian Bach. Die Solo-Geigen spielten Brigitte Petrovitsch, Kon­zertmeisterin im Orchester der Städtischen   Musikgesellschaft, und Roswitha Kühnen.

Hauptwerk des Konzertabends war aber die Messe A-Dur Opus 12 des französi­schen Komponisten Cesar Franck. Cornelia Schwarz-Misere, die Vor­sitzende des Chores, die durch das Programm führte, wies daraufhin, dass auch Frank ein Komponist aus der Region gewesen sei. Seine Mutter stammte aus Aa­chen, sein Vater aus dem deutsch-sprachigen, heute belgischen Ort Gemmenich. Die Franck-Messe war die andere große Überra­schung des Weihnachtskonzertes, und zwar vor allem durch die be­eindruckend dichte, konzentrierte Leistung des gesamten Ensembles.

Spielfreude und Dynamik

Der Chor der Musikgesellschaft zeigte sich harmonisch, differen­ziert und auch in den leisen Passagen  ausdrucks­stark; das von Horst Benetz straff ge­führte Orchester, verstärkt durch aus­wärtige Solisten, voller Spielfreude, mit Fülle und Dynamik. Auch die Gesangssolisten waren exzellent: Etwa Bassist Christian Brülls aus Aachen, die aus Hagen stammende Sopranistin Marlies Buchmann, die an der Mu­sikhochschule Köln Gesang lehrt, und der Kölner Tenor Raphael Pauß – der an diesem Abend über­ragend war – in dem anrührenden, sanften, zunächst nur von der Harfe begleiteten Stück „Panis angelicus“.

Bei der Zugabe, zu dem Weihnachtslied „Nun freut euch ihr Christen“, waren die Besucher des Konzertes zum Mitsingen eingeladen. Das ist nicht nur eine schöne Tradition bei den Weih­nachtskonzerten der Städ­tischen Musikgesellschaft, es macht auch deutlich, dass das weihnachtliche Gesche­hen alle Menschen angeht, die sich auf die Bedeutung dieses Festes einlassen.

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© ESCHWEILER NACHRICHTEN – Lokales – Mittwoch 24. Dezember 2014     http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/eschweiler/ein-abend-des-eischwiele-jong-1.987012

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Nachtrag:

Sommerkonzert 2014  in der Kirche St. Blasius – Kinzweiler 

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Ausschnitte aus dem Konzertprogramm:

  1. G.F. Händel: „Denn die Herrlichkeit Gottes“ (aus „Messias“)
  2. Josef Haydn: „Die Himmel erzählen“
  3. G.P.Palestrina: „Sicut cervus desiderat“
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