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Musikgesellschaft zum Sommeranfang

ESCHWEILER NACHRICHTEN –   22. Juni 2015

Von Clapton bis Tschaikowsky

konzert06-2015

Die Orchestermusiker und die Chorsänger der Städtischen Musikgesellschaft nahmen ihr Publikum mit auf eine abwechslungsreiche und kurzweilige Sommerreise quer durch Europa samt Abstecher über den großen Teich (Foto: Andreas Röchter)

Eschweiler. Ein Konzert am 21. Juni, dem „längsten“ Tag des Jahres, der (zumindest kalendarisch) den Sommeranfang markiert? Klar, dass das Grundthema nur der (hoffentlich) wärmsten Jahreszeit gewidmet sein kann! Und was tut man in diesem Jahresabschnitt? Reisen!

Ob in der Realität oder in Träumen und Gedanken: Das Fernweh packt in dieser Zeit viele Menschen. So nahmen die Instrumental isten des Orchesters sowie die Sängerinnen und Sänger des Chors der Städtischen Musikgesellschan unter der Leitung dem Dirigat von Horst Berretz während ihres Sommerkonzerts im Pädagogischen Zentrum der Adam-Ries-Schule am Sonntagabend das Publikum mit auf eine musikalische Reise kreuz und quer durch Europa, die von einem Abstecher über den großen Teich nach Nordamerika gekrönt wurde. Die Konkurrenz war nicht ganz ohne: Sowohl das Eschweiler Music Festival als auch die „Kurpark Classix“ in Aachen boten dem musikbegeisterten Indestädter am Sonntag Alternativen. Doch eine nicht geringe Anzahl von Besuchern hatte sich für das Konzert der Städtischen Musikgesellschaft entschieden. Und kein Gast sollte sein Kommen bereuen!

Denn schon zum Auftakt stellte das Orchester unter Beweis, welche Bandbreite an musikalischen Möglichkeiten diese Jahreszeit bietet. So besteht ein Sommer auf den schottischen Hebriden eben keinesfalls nur aus Sonnenschein und blauem Himmel.

Starke Klangkontraste von spannungs- geladen, gewaltig und schroff bis hin zu melodisch, lieblich und sanft trugen dieser Tatsache in der „Hebriden-Ouvertüre“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy auf beeindruckende Weise Rechnung.

Unmittelbar darauf standen die Chorsänger den Instrumentalisten keinesfalls nach, als sie, begleitet von Theo Palm am Klavier, „Floret silva“, „Chramer, gib die varwe mir“ und „Swaz hie gat umbe – Chum, chum geselle min“ aus Carl Orffs „Carmina Burana“ voller Dramatik und Feingefühl intonierten.

Wohlklingend und vielstimmig

Über Tschaikowskis weltberühmten „Schwanensee“‚ und dem machtvollen „Das große Tor von Kiew“ aus dem Zyklus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski leitete das Orchester über zum Spiritual „Swing Low“, mit dem der Chor seine Zuhörer erstmals in die „neue Welt“ versetzte. Mit wilden und sich ständig in Lautstärke und Tempo steigernden Jagdszenen aus Edward Griegs „Peer Gynt-Suite I“, während der sich der Titelheld „In der Halle des Bergkönigs“ befindet, geleitete das Orchester die Konzertgäste furios in die Pause.

Im zweiten Konzertteil ergänzten sich Chor und Orchester weiterhin großartig. Etwa während des Terzetts „Sie steigt herauf aus Joseph Haydns Komposition „Die Jahreszeiten“, das beschreibt, wie die Sonne zur „flammenden Majestät“ am Firmament emporsteigt. Dabei überzeugten die Solisten Stephanie Sievers (Sopran), Johannes Rohrer  (Tenor) sowie Wolfgang Zemler und Dr, Franz Wolters (beide Bass) das Publikum, bevor Saxofonist Johannes Flamm und Pianist Theo Palm das Stück „Modere“ aus „Scaramouche“ von Darius Milhaud erklingen ließen. Über den „Gefangenenchor“ aus Verdis „Nabucco“ im Zusammenspiel von Chor und Orchester ging es Schlag auf Schlag weiter: Die Sänger interpretierten gefühlvoll Leonard Cohens „Halleluja“ und „Tears in Heaven“ von Eric Clapton, während das Orchester mit dem  „Carillon“ aus Bizets „L’Arlesienne“ und Glenn Millers Swing-Ohrwurm „In the Mood“ einmal mehr seine Vielseitigkeit präsentierte.

Zum Abschluss wurde dann kurzerhand der Chor um das Publikum vergrößert: So erklangen die aus der Feder Friedrich Schillers stammenden Zeilen „Freude schöner Götterfunken“, die Ludwig van Beethoven in seiner 9. Sinfonie vertonte, nach einer orchestralen Einleitung wohlklingend und vielstimmig.

Dankbarer, lautstarker und langanhaltender Applaus der sich von den Sitzen erhebenden Konzertgäste belohnte die Protagonisten der Städtischen Musikgesellschaft um Leiter Horst Berretz zurecht. Und auch wenn der Dirigent augenzwinkernd bemerkte; dass seine Schützlinge und er nicht auf eine Zugabe vorbereitet seien, blieben die Musiker diese selbstverständlich nicht schuldig. So erklang noch einmal das Meisterwerk „In the Mood‘, das die Zuhörer in die richtige Sommerstimmung versetzte. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen! (ran)

© http://aachener-nachrichten.de/lokales/eschweiler/musikgesellschaft-zum-sommeranfang

Ausschnitte aus dem Konzertprogramm

  1. P. Tschaikowsky:    „Schwanensee“
  2. Josef Haydn:            „Heil, oh Sonne, Heil“ (Jahreszeiten)
  3. L. Cohen:                  „Hallelujah“
  4. Eric Clapton:           „Tears in heaven“
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