Kategorie-Archiv: Politik

Palmsonntag 2021 in Makassar

Laut einer Meldung vom Sonntag, dem 28.03.2021 verübten islamistische Terroristen einen Selbstmordanschlag auf die Gottesdienstbesucher der katholische Kathedrale von Makassar in Süd-Sulawesi (Süd-Celebes). Beim Versuch, mit einem Motorrad direkt in den Kirchenraum zu gelangen, wurden die beiden Attentäter vom Sicherheitspersonal aufgehalten und zündeten ihre Bombe noch außerhalb der Kirche. Etwa 20 Menschen wurden verletzt – die beiden Attentäter kamen durch ihre Bombe ums Leben.  Die Polizei kennt inzwischen die Identität der Attentäter: ein junges Ehepaar – die Frau im 4. Monat schwanger – Teil einer islamistischen Terrorgruppe, deren Mitglieder inzwischen auch verhaftet wurden. Ob eine direkte Verbindung zum IS besteht, ist noch nicht hinreichend geklärt.

Immer wieder wurde Indonesien, ein Land mit über 200 Millionen Muslimen, in den vergangenen Jahren mit islamistisch motiviertem Terror konfrontiert. Präsident Joko Widodo hat auch dieses Mal eindeutig und scharf dieses Verbrechen verurteilt. Aber immer wieder ist auch aus dem Munde führender Muslime zu hören, dieser abscheuliche Terror habe nichts mit der Religion des Islam zu tun. Es seien eben einfach Terroristen, denen die Polizei das Handwerk legen müsste.

Sie verweigern sich aber dezidiert der Einsicht, dass die Attentäter dieser Gruppen sich ganz bewusst als muslimische Kämpfer des „wahren Islam“ verstehen und deswegen bereit sind, in diesem Kampf gegen die als Feinde betrachteten Nichtmuslime auch ihr Leben zu opfern – in der Hoffnung, ein Vorbild für andere Muslime zu sein, und nach ihrem Tod als Märtyrer ins Paradies zu gelangen. Hier ist eine religiöse Auseinandersetzung angesagt, die man nicht der Polizei überlassen kann.

Es sind dieselben muslimischen Persönlichkeiten, die vor vier Jahren den christlichen Gouverneur von Jakarta Basuki Tjahaja Purnama (Ahok) gerichtlich zu zwei Jahren Gefängnis verurteilen ließen, weil er im Wahlkampf seinen Gegnern Missbrauch von Koranversen für ihre parteipolitische Propaganda gegen ihn vorgeworfen hatte. Indonesien erlebt seit einigen Jahren leider eine religiöse Renaissance des Islam, mit der die multiethnische Zivilgesellschaft zunehmend schwer zurechtkommt. Für die indonesischen Christen kommt dieser Anschlag nicht ganz überraschend.

Auch wenn es uns Europäern schwerfällt zu verstehen, was Menschen in „Echtzeit des 21. Jahrhunderts“ dazu bringen kann, zu glauben, mit solcher selbstvernichtender Mordbrennerei in ein reichlich infantiles jenseitiges Paradies zu gelangen, dann muss daran erinnert werden, dass die Zeiten noch nicht so lange vorbei sind, in dem wir Christen in Europa in Zeiten der Reformation und Gegenreformation uns gegenseitig umbrachten – in der gläubigen Überzeugung, dem Christen-Gott damit einen Dienst zu tun. Dem katastrophalen Problem ist nicht ganz leicht beizukommen. Es ist ganz tief in unserer menschlichen Kondition verwurzelt und führt überall auf der Welt immer wieder zu neuen grausamen Varianten.

Die kürzlich verstorbene Theologin Uta Ranke-Heinemann beschreibt in ihrem 2002 erschienenen Buch „Nein und Amen – Mein Abschied von traditionellen Christentum die deprimierende Diagnose dieses bestimmten Typs von Religion:

„Die Menschen sind in ihrem Kampf für eine gute Sache gefährlicher als in ihren egoistischen Aggressionen. Es werden mehr Menschen auf offenem Schlachtfeld umgebracht als heimtückisch ermordet. In ihrem Engagement für das Gute irren die Menschen besonders häufig, weil sie bei ihrer Entscheidung für etwas Gutes sich leicht von Vorurteilen leiten lassen und ihre Entscheidung überstürzen und sich für Dinge einsetzen, die sie nur unzureichend durchschaut und so eigentlich nicht gewollt haben.

Am gefährlichsten sind die Menschen in ihrer fanatischen Hingabe an ein falsches Credo, in ihrem Fanatismus. Man spricht in diesem Zusammenhang von »religiösem Fanatismus«. Das ist jedoch eine Tautologie, d. h., das Gleiche wird in überflüssiger Weise zweimal gesagt – wie beim »weißen Schimmel« oder »runden Kreis“. Gemäß seiner Sprachwurzel ist nämlich jeder Fanatismus religiös. Fanatismus kommt von dem Wort fanum = das Heilige. Alles, was außerhalb des Heiligen liegt, ist das Profane.

Fanatismus ist der Kampf für das Heilige, er ist die Geisteskrankheit der Frommen. In ihrem blinden Eifer für das höchste Gut, nämlich für Gott, übersehen sie die ihnen wie allen Menschen von Gott ins Herz einprogrammierte goldene Verhaltensregel, die da lautet: Menschlichkeit und Barmherzigkeit.“

Bismillahi l-rahmani l-rahim“ – „Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Allbarmherzigen.“ 

So beginnt der Koran. Es ist der erste Vers der ersten Sure, der auch von diesen fanatischen Moslems in Indonesien täglich zitiert wird. Was ist in den Herzen dieser jungen Fanatiker passiert, dass sie zugunsten eines irrwitzigen Dschihad den Sinn dieses zentralen Verses im Koran so vergessen haben?  Wir sind traurig und ziemlich deprimiert.

(KS – März 2021)  

Good luck, Joe!

Amerika hat mit Joe Biden Gott sei Dank einen neuen Präsidenten, dem man angesichts der Lage in den USA und in der Welt für sein Handeln wirklich nur viel Glück und Erfolg wünschen sollte. Denn in Zeiten der Covid-19-Pandemie ist ja kein verantwortlicher Regierungschef zu beneiden. Aber 83 Millionen Amerikaner wollten ihn als Präsidenten. Doch Joe Biden hat neben der katastrophalen Pandemie noch ein besonderes Problem: Er will und muss die Nachfolge von Donald Trump antreten, einem Expräsidenten, der sich partout weigert, seine Wahlniederlage vom November 2020 einzugestehen.

Wäre das nur die charakterliche Macke des unfairen Wahlverlierers Trump, man könnte ihn unbesorgt seinem Hobby auf seinem Golfplatz in Florida nachgehen lassen.  Er aber verkündet penetrant über seine Medien, dass ein groß angelegtes Betrugsmanöver der Demokratischen Partei ihm die Wahl gestohlen habe. Twitter und Facebook haben ihm zwar wegen dieser unwahren Behauptung den Account blockiert. Aber noch immer glauben das etwa 60% von 74 Millionen amerikanischer Wähler, obwohl alle Gerichte bis hinauf zum obersten Gericht der USA diesbezügliche Klagen abgewiesen hatten.  

Und auch nicht einmal der Skandal der gewalttätigen Erstürmung des Kapitols durch aufgehetzte Trump-Fans am 6. Januar 2021 konnte einen Großteil der Senatoren republikanischer Provenienz dazu bewegen, sich von Donald Trumps Fake-News-Propaganda zu distanzieren – im Hinterkopf eine mögliche Wiederwahl Donald Trumps im Jahre 2024 oder um zumindest sein Wählerpotenzial zu behalten.  

Was ist los in Amerika, dem „Leuchtturm der Demokratie“? Hat sich wirklich eine Mehrheit der Amerikaner gegen Trumps skandalöses Regierungshandeln in den vergangenen vier Jahren entschieden, oder gab letztlich nur sein Versagen beim Management der Corona-Pandemie den Ausschlag?

Vor vier Jahren habe ich in diesem Blog einen kritischen Beitrag zu Donald Trumps Wahl 2016 veröffentlicht, den ich auch heute nicht zu korrigieren brauche.  Donald Trumps Regierungsjahre waren eine Katastrophe.

https://klaussturm.wordpress.com/2017/02/  

Aber wenn man meinte, das sei nur die persönliche Katastrophe eines narzisstischen Selbstdarstellers – ein demokratischer Ausrutscher für die USA – gewesen, dann hatte man von der Situation Amerikas und seinen Wählern wohl zu wenig verstanden.  

In der jüngsten Ausgabe Zeitschrift „Publik-Forum“ gewährt der Autor Alexander Schwabe einen analytischen Blick auf die wahrscheinlich wirksamsten Motive der Trump-Wähler.

Sein Resümee sei hier zitiert:

„Trump ist weg. Doch die Ursachen für seinen Aufstieg sind nicht verschwunden.      Sein toxisches Erbe bleibt. Die Demokratie ist gefährdet, die USA sind ein Hochrisikoland.

„Es sind die Verlustängste und die Verlusterfahrungen der bisher Privilegierten, die zu einem Kulturkampf führen, in dem grob gesagt die viel beschworenen angry white men, die zornigen weißen Männer, den Wandel der Zeit rückgängig machen wollen. Es ist ein Kampf um Macht, Einfluss und Identität. Und die Radikalis-ierung der Bürger in diesem Kampf wird nach Ansicht von Soziologen zunehmen.

Trump war ein Vorbote dieses inneramerikanischen Culture Clashs, für den der Mauerbau an der Grenze zu Mexiko sinnbildlich steht. Und zu dem es auch gehört, den Vorgänger-Präsidenten als Muslim diskreditieren zu wollen und ihm abzusprechen, ein echter Amerikaner zu sein, weil er angeblich in Kenia geboren sei und nicht im US-Bundesstaat Hawaii. Auch die Massenproteste nach dem Tod von George Floyd sind Teil dieser Auseinandersetzung. Die Vorherrschaft der Weißen in God‘s own Country ist tief in der religiösen Tradition verwurzelt. Aus ihr speisen sich Nationalismus und Rassismus.

Egal, ob sich jemand expliziert christlich versteht oder nicht – das Weltbild der meisten Trump-Anhänger und das weißer christlicher Nationalisten geht jeweils auf die Idee zurück, dass Amerika von Weißen (Christen) für Weiße (Christen) gebaut wurde. Nur ein Weißer (Christ) ist ein echter Amerikaner. Die calvinistisch geprägte Arbeitsethik der Pilgerväter lässt sie glauben, angesichts ihrer Rechtgläubigkeit und Recht-schaffenheit habe Gott Amerika reich und mächtig werden lassen. Aus dem Verfall, der sich nun vor aller Augen abspielt und den die Eliten zu verantworten haben, folgt für sie, dass sich Amerika von seinem Erbe gelöst hat und den Gesetzen Gottes nicht mehr gehorcht.

Philip Gorski, Soziologieprofessor an der Yale-Universität, hat die Konsequenz, die sie daraus ziehen, auf den Punkt gebracht: „Die einzige Möglichkeit, das Blatt zu wenden – die einzige Möglichkeit,  ‚to make-America great again‘ ist die Rückeroberung des Landes durch die Christen – oder zumindest der entschlossene Widerstand gegen ihre Feinde: die Liberalen, Säkularisierten und Humanisten, die jetzt die Oberhand haben“.

…… Das Politische und das Religiöse sind im Land der civil religion viel zu eng verknüpft. Die zivilreligiöse Grundierung der ganzen Nation ist noch immer und überall überdeutlich zu sehen. Selbst ein religiöser Analphabet wie Donald Trump wird von Fundamentalisten als „Werkzeug Gottes“, als dessen Gesandter verstanden. Und Joe Biden ist – wie fast jeder neu ins Amt kommende Präsident – von messianischen Fantasien umweht. Fragt sich nur, wer von ihnen Gottes Werk befördert und wer des Teufels Beitrag liefert.“ (Zitat) https://www.publik-forum.de/Politik-Gesellschaft/good-luck-joe

Auch dieses Mal sei mir ein augenzwinkernder Blick in die Prognose der chinesischen Horoskop-Experten erlaubt:  

Am 12. Februar 2021 beginnt das „Jahr des Büffels“ Ihm schreibt man Geduld, Fleiß und Gerechtigkeitsliebe zu.  Der Büffel ist stark und überwindet alle Schwierigkeiten.                                  

Es gibt also Hoffnung, auch für Joe Biden, den ‚weißen‘ Katholiken.                    

Good luck, Joe (KS 02-2021)

Das Dritte Reich und Niederländisch Indien

Horst H. Geerken: Hitlers Griff nach Asien – Band 3

Eine Dokumentation

Wer Horst Geerkens Band 1 und 2 von „Hitlers Griff nach Asien“ gelesen hatte, der war sicher gespannt, was denn noch alles über Hitlers Griff nach Asien zu berichten sein würde, wo man doch in Bd. 1 und 2 schon so viel erstaunliche Begebenheiten erfahren hatte. Aber wie der Autor in seinem Vorwort erklärt, hatten die beiden Bücher ein unerwartet großes Interesse gefunden. Daraufhin wurde ihm so viel authentisches Material zugängig, dass ein weiteres Buch von 435 Seiten erforderlich wurde.

Beeindruckend, mit welch akribischem Fleiß der Autor diesen Informationen nachgegangen und ihre Verwendbarkeit überprüft hat. Und erstaunlich, wieviel unbekanntes historisches Material aus dieser katastrophalen Epoche noch vorhanden ist, wenn man als Autor das Vertrauen der Zeitzeugen erworben hat.

Ergänzend zu den in Bd. 1 und 2 geschilderten Begebenheiten gibt es z.B. Fotos vom Internierungslager Onrust bei Jakarta, weitere Informationen zum „Totenschiff Van Imhoff“, zu deutschen U-Booten in Indonesien, zur deutschen Schule Sarangan in Ost-Java, zum Internierungs-lager Dehra Dun in Indien, zu Familieninternas des SS-Brigadeführers und Hitlervertrauten Walter Hewel zu lesen, die dem Autor von einem Großneffen Hewels zu Verfügung gestellt wurden. Auch weitere Details aus Hitlers Leben und Umfeld sind dokumentiert. Ausführlich auch die Schilderung der Begeisterung der Indonesier für Hitler, damals zur Zeit Sukarnos als auch über einen „Hitlerkult“ heute, wo sich junge Indonesier als besondere Attraktion öffentlich in den Uniformen von SS und Wehrmacht präsentieren.

Wir lesen aber auch erstaunliche Geschichten z.B. über den jungen deutschen Hamburger Oskar Walter Speck, der 1932 im Faltboot von Ulm aus die Donau hinunter in einem siebenjährigen Abenteuer unglaubliche 50000 km bis nach Australien paddelte – mit einer Hakenkreuzflagge als Bugwimpel -, um zu demonstrieren, zu welchen Leistungen das neue Deutschland in der Lage sei.  1937 von der deutschen Community in Indonesien begeistert gefeiert, landete er 1939 endlich an seinem Ziel in Australien und wurde dort als Deutscher sofort von den Australiern bis Kriegsende interniert.

Wir lesen von einem Willem Eduard de Graaff, einem indonesisch-stämmigen Piloten der holländischen KLM-Airline, der im Laufe des Krieges die Fronten wechselte und in der deutschen Luftwaffe hoch spezialisierte Einsätze gegen die Alliierten flog.  Nach dem Krieg von holländischer Seite als Nazikollaborateur gesucht, gelang es ihm, über die sog. „Rattenlinie“ (mit Hilfe des Vatikans) nach Südamerika zu flüchten. Über sein weiteres Schicksal dort ist nichts bekannt.

Besonders ausführlich und eindringlich die Schilderung des Lebens und der Lage der Auslandsdeutschen in Indonesien bis 1940 und im Verlauf des 2. Weltkriegs. Die Internierung, Schikanierung und Enteignung der ca. 3000 Deutschen im Jahr 1940 durch die holländischen Kollonialbehörden, die Situation für sie nach der japanischen Besetzung Indonesiens von 1942-1945.  

Und hier dann fast exemplarisch die Schilderung der Odyssee der Familie Liesenfeld. Der Sohn Dr. Rudolf Liesenfeld, 1932 in Surabaya geboren, überlässt dem Autor viele Dokumente und Fotos aus dem Nachlass des Vaters Willi Liesenfeld, der seit Ende der 1920-er Jahre in Surabaya Vertreter der Firma Schlieper /Solingen im holländischen Kolonialindonesien war. Er erzählt von der Funktion des Vaters als Ortsgruppen-leiter der NSDAP in Surabaya, von der Begeisterung der Auslandsdeutschen für Hitler und Nazi-Deutschland, der Internierung und Trennung der Familie ab 1940. Der Vater wird 1942 in das Gefangenenlager Dehra Dun*) in Indien deportiert, die Mutter mit den zwei Kindern über Shanghai nach Japan verbracht. Die Familie kann sich erst 1947 nach siebenjähriger Trennung im zerbombten Deutschland wiedersehen.

Die Bedeutung von Band 3 liegt in der Fülle authentischer Dokumente, Reportagen, Fotos, Zeitungsausschnitte, biographischer Zeugnisse. Vieles, besonders die detaillierten Beschreibungen indonesischer Orte und Personen wird vor allem „Insider“ – und natürlich die Leser von Bd. 1 und 2 interessieren. Darüber hinaus aber vermittelt das Buch ein sehr anschauliches Bild der Schicksale der Auslanddeutschen in der Zeit der 1930-er und 1940-er Jahre in Indonesien, Indien, China und Japan, das auch für eine breitere Leserschaft interessant sein dürfte.  Auch für diesen 3.Band fünf Sterne. (KS)

*) Für alle Leser, die sich detaillierter für das Leben der internierten Deutschen im Lager Dehra Dun interessieren, sei die Lektüre von Horst H. Geerken: Hitlers Griff nach Asien – Band 4 empfohlen.

Laut Auskunft des Autors enthält es die gesammelten „Dokumente von Vorlesungen der Lageruniversität Dehra Dun. Es sind die einzigen Dokumente dieser Art, die die Internierung der Deutschen und die Nachkriegswirren überlebt haben. Es war ein einmaliger Glücksfall, dass ich diese Dokumente vor der endgültigen Vernichtung retten konnte, Es war eine Heidenarbeit, diese Dokumente wieder lesbar zu machen. Sie waren beidseitig auf dünnem Seiden-/Durchschlagpapier geschrieben.“ (Zitat)

So war es…

Horst Krüger: Das zerbrochene Haus

Eine Reise in die persönliche deutsche Vergangenheit

Wem von uns älteren deutschen Zeitgenossen noch immer nicht klar geworden sein sollte, wie ein doch so bedeutendes, auf seine kulturelle Tradition so stolzes Deutschland in der Epoche der 1920-er und 1930-er Jahre einem politischen Hasardeur wie Adolf Hitler und seiner nationalsozialistischen Bewegung mit all ihren katastrophalen Folgen verfallen konnte, der hätte es spätestens seit 1966 wissen können, als Horst Krüger sein Buch „Das zerbrochene Haus – Eine Jugend in Deutschland“  veröffentlichte. Der Autor, Jahrgang 1919, gehört zu der Generation von Deutschen, die als Kinder und Jugendliche die fatale Situation der Weimarer Republik und den Aufstieg und  Untergang von Hitlers Nazi-Deutschland erleben mussten. Ihre Erinnerungen sind besonders kostbar, weil heute kaum noch Menschen leben, die man darüber befragen könnte.  

Im Nachwort einer Neuauflage des Jahres 1976 beschreibt der Autor Horst Krüger – ein damals schon angesehener Journalist –  wie es zu diesem außergewöhnlichen Buch kam: Die journalistische Beobachtung des Auschwitz Prozesses in Frankfurt 1963/64 provoziert ihn zunehmend, sich den Erfahrungen seiner eigenen Kindheit und Jugend im Berlin der 1920-er und 1930-er Jahre zu stellen.  

 „Ich begann mich zu erinnern. Ich spürte nach, ich drang ein in die Vergangenheit, ich kehrte in die Jugend und Kindheit zurück. Es war sozusagen mein erstes Reiseerlebnis: Reise in die eigene Vergangenheit. Ich fand, was ich dann im ersten Kapitel  ‘Ein Ort wie Eichkamp‘ entwickelt habe. Ich fand das Elternhaus, meine Jugend unter Hitler wieder, die eine ganz untypische, eigene Jugend gewesen war. Gerade weil hier keine eigene Schuld beschönigt werden musste, weil ich und meine Familie nie in den Bann der deutschen Hitler-Begeisterung geraten waren, bot sich ein ideales, komplexfreies Feld zur Selbstanalyse.

Ich entdeckte, was mir zuvor selber nicht so bewusst war, das Phänomen des unpolitischen deutschen Kleinbürgertums, das in seiner sozialen Unsicherheit, in seiner Labilität und Bedürftigkeit nach Irrationalismen das fruchtbare Vorfeld für die innere Machtergreifung des Nationalsozialismus in Deutschland abgab. – So entstanden, Schritt für Schritt, die vier mittleren Kapitel, die meine Entwicklung bis zum Kriegsende 1945 zeichnen“ (Horst Krüger)

Die erwähnten mittleren Kapitel sind 2. „Ein Requiem für Ursula“, die Schwester, die sich 1938 das Leben nahm. 3. „Mein Freund Wanja“, der enge Schulfreund aus alternativem Arbeiter-Milieu, der den Autor – inzwischen Student der Philosophie – zu kleinen Botengängen für den kommunistischen Untergrund überredete, und dem er nach dem Krieg als linientreuen Funktionär der DDR wieder begegnete. 4. „Die Verhaftung“ 1939 wegen staatsfeindlicher Umtriebe und Einlieferung in das Berliner Gefängnis Moabit, aus dem er nach einigen Monaten 1940 entlassen wird, um dann zum Militär eingezogen zu werden. 5. „45. Stunde Null“ Erfahrungen der letzten Tage sog. Dritten Reiches als  Soldat einer ‚Kampfgruppe Grasmehl‘, die am Dortmund-Ems-Kanal den Rückzug der SS vor den amerikanischen Truppen sichern sollte. Sein Leben als Kriegsgefangener im Lager Cherbourg. 6. „Gerichtstag“ – Reportage über den Auschwitzprozess 1963/64, der den Anstoß zu diesem Buch gab.

Das Buch erregte seit 1966 so viel Aufmerksamkeit, dass bis 1999 sechs Auflagen von unterschiedlichen Verlagen publiziert wurden.  Ich gestehe, ich hätte es damals schon gerne gelesen, wenn ich es gekannt hätte. Aber es ist mir erst jetzt 2020 zufällig in die Hände gefallen und ich bin sehr dankbar, es doch noch lesen zu dürfen – ein Buch, von dem Marcel Reich-Ranitzki schrieb: „Ein Deutschland-Buch ohne Lüge.“

Wem wäre dieses Buch zu empfehlen? Historisch gesehen war es natürlich für die Zeitgenossen des Autors geschrieben, die es aber sicher nur bedingt lesen wollten, Menschen aus derjenigen Bevölkerungsschicht, die den politischen Aufstieg Hitlers letztendlich ermöglichte – dem deutschen Kleinbürgertum, das dann nach 1945, seine Rolle so beschämend verleugnete, von der Verführung und seiner privaten familiären Verflechtung in diese deutsche Katastrophe nichts gewusst haben wollte, sich dann aber im Nachkriegsdeutschland für den phänomenalen wirtschaftlichen Aufstieg international feiern ließ.

Aktuell sollte das Buch – für alle politisch interessierten Menschen – sicher aber zum Lesestoff der gymnasialen Oberstufe gehören. Es ist von so eindringlich anschaulicher Sprache, die auch jungen Leuten von heute ein lebendiges Bild des damaligen Deutschlands vermitteln kann.                  Fünf Sterne für ein epochales Buch (KS)

                                                                                                                                                                                                                       

 

… und alles wegen der Muskatnuss!

Das Gold der Bandas   von Horst H. Geerken 

Das einladende Cover des Buches ziert ein schönes Foto einer reifen Muskatfrucht, wie sie wohl ganz wenigen Menschen in Deutschland bekannt sein dürfte: Zu sehen ist nämlich die von dem roten Macis-Netz umgebene schwarz-braune Muskatnuss, die noch in ihrem hellem Fruchtfleisch eingebettet ist. Darüber prangt der verheißungs- volle Titel des Buches: “Das Gold der Bandas”. Sollte der Leser von diesem “Gold” noch nichts gelesen haben, dann führt ihn der Untertitel auf eine etwas richtigere Spur, die allerdings noch nicht ganz verrät, worum es da wirklich geht: “Der verhängnisvolle Schatz der vergessenen Inseln, die einst Weltgeschichte schrieben”.  Welcher Schatz und welche vergessenen Inseln sind das? Ein spannender Titel für ein richtig spannendes Buch, das der Autor Horst H. Geerken 2019 seinen Lesern geschenkt hat.  

Es geht um nichts weniger als um die Geschichte der kolonialen Eroberung der Welt durch die europäischen Seefahrernationen des 16./17.  Jahr-hunderts – Portugal, Spanien, England und in unserem speziellen Fall um die Rolle Hollands (Niederlande) in Südostasien, dem heutigen Indonesien.  Und es geht ganz speziell um die Banda-Inseln – winzige Inselchen im Seegebiet der Molukken im äußersten Osten Indonesiens – und dabei um die Muskatnuss!   

Wurde  uns Schülern der 50-er Jahre im gymnasialen Geschichtsunterricht noch vor allem der ungeheure Wagemut von Seefahrern wie Christoph Columbus, Vasco da Gama oder Ferdinand Magellan gerühmt, die sich auf eine neue Geographie der Erdkugel verlassend die Entdeckung der Welt  auf ihren Schiffen in Angriff nahmen, so wurde uns doch weniger erklärt, warum sie diese Risiken wirklich auf sich nahmen, und welches die konkreten Hoffnungen und Bedingungen ihrer Finanziers waren. Es ging ja dabei um den unbekannten “Seeweg nach Indien”, auf dem dann aber 1492 durch Columbus erst einmal „Amerika“ entdeckt wurde, das er selbst ja sein leben lang für die Küste von „West-Indien“ hielt…   “Der Seeweg nach Indien” war ja aber der Weg zu den in Europa ungeheuer teuren exotischen Gewürzen, wie Pfeffer, Zimt, Kardamon und vor allem der Muskatnuss, die auf langen und nicht bekannten Handelswegen aus Asien über Venedig  an die europäischen Höfe gelangten.

Und spätestens ab da sollte man Horst Geerkens Buch in die Hand nehmen. Auf annähernd 200 Seiten der ersten Hälfte des Buches  erzählt der Autor bewundernswert informiert und detailreich die Geschichte der europäischen Eroberung der Handelswege zu diesen Gewürzen, speziell zur Muskatnuss.  

Die fatale Rolle der Muskatnuss

Diese Gewürznuss wuchs und gedieh auf Grund einzigartiger botanischer Bedingungen bis ins ausgehende 18. Jahrhundert nur auf den Banda-Inseln im heutigen Indonesien, nirgendwo anders  auf der Welt. Heute aus verschiedenen tropischen Ländern importiert, kann man sie für ein paar  Cent in jedem europäischen Supermarkt kaufen. Damals hielten die einheimischen Händler die geographische Lage dieser Inseln vor möglichen Konkurrenten geheim, bis die Portugiesen 1512 diese sagenumwobenen Inselchen doch entdeckten und von da ab als eigenständige Händler – nicht mehr über arabische oder chinesische Zwischenhändler – Muskatnüsse  direkt von den Bewohnern der Banda Inseln kauften und mit riesigen Gewinnen auf den Märkten Europas verkauften. 

Das sollte auch fast 100 Jahre so bleiben, bis englische und vor allem holländische Kaufleute die asiatischen Handelsniederlassungen der Portugiesen zu erobern begannen. 1602 wurde in Amsterdam die Vereinigung holländischer Kaufleute VOC (Vereinigte Ostindische Compagnie) gegründet.  Ihre Chefs, die Generalsgouverneure, mit nahezu unbeschränkter Vollmacht ausgerüstet, agierten als Herren über Leben und Tod in ihrem Reich in Südostasien, nur ihren Auftraggebern in Holland Rechenschaft schuldig.

Mit welcher Brutalität sie dabei agierten, zeigt das Vorgehen des Generalgouverneurs Jan Pieterszoon Coen. Um im Muskathandel mit Europa endgültig das Monopol   der VOC zu garantieren, ließ er  1623 die etwa 15000 Bewohner der Banda-Inseln durch seine Soldaten umbringen, um die Inseln dann mit europäischen Kolonisten zu besiedeln.  Importierte Sklaven aus anderen Gegenden des Archipels mussten die Arbeit in den Muskat-Plantagen übernehmen. Die grausamen Einzelheiten dieses Genozids kann man im Buch nachlesen. Die ökonomische Folge dieser brutalen Untat war für etwa 150 Jahre lang das Muskat-Monopol der VOC im Welthandel. Es garantierte den holländischen Geldgebern – Hollands reichen “Pfeffersäcken” in Amsterdam und Middelburg –  tausendfache Gewinne:  Auf Europas Märkten wurde die Muskatnuss mit Gold aufgewogen! Die armen Bandanesen mussten ihren verhängnisvollen Schatz mit dem Leben bezahlen. 

Die einzigen, die weiterhin versuchten, sich gegen das Diktat der VOC auf den Banda Inseln zu wehren, waren englische Kaufleute, die den Anspruch Englands auf die kleine Banda-Insel Run  unverdrossen  aufrecht erhielten. Im Streit um diese Insel einigte sich England und Holland im Frieden von Breda 1667 durch einen Tausch: Holland bekam die winzige Insel Run und England erhielt im Gegenzug die damals holländische Kolonie Niew Amsterdam, das heutige Manhattan New Yorks.  Und damit schrieb die winzige – heute vergessene – Banda-Insel vor 350 Jahren schon einmal Weltgeschichte. 

Die Reise zu den Bandas 2018

Leser von Horst H. Geerkens Bücher wissen ja, dass man als Leser seiner Bücher auch  immer ein Begleiter seiner persönlichen Recherchen und Erfahrungen ist.  Auch in diesem Buch nimmt er uns mit auf seine Reise zu den Banda-Inseln, seinen Erlebnissen und Begegnungen mit Menschen vor Ort. Eine Fülle von Karten, Bildern, Dokumenten und Fotos belegen eine selten so engagierte Suche nach den Verbindungen zwischen der kolonialen Vergangenheit und dem heutigen Indonesien. Z.B. ist ein hochinteressantes Kapitel dem deutschen Biologen Georg Eberhard Rumpf – Rumphius genannt – gewidmet, der von 1654 bis 1702 in Ambon lebte und arbeitete, und eine gewaltige Forschungsarbeit hinterlassen hat, die inzwischen auch von den Indonesiern gewürdigt wird.

Horst Geerkens Liebe zu Indonesien, das er seit über 55 Jahren kennt und das er als eine zweite Heimat betrachtet, lässt ihn mit indonesischen Augen auf die Erfahrungen der holländischen Kolonialzeit blicken. Sein Resümee teilt den Eindruck vieler geschichtsbewusster Indonesier: Die holländische Kolonialzeit hat den Menschen Indonesiens wenig Gutes und viel Schlechtes beschert.  Das aber ist eine Erfahrung, die Indonesien mit vielen ehemaligen europäischen Kolonien in Asien, Afrika und Amerika teilt.  Das Rassismus-Problem der USA von 2020 ist ein aktuell schmerzlicher Nachhall dieser Epoche. 

Wem ist die über 400 Seiten starke Lektüre zu empfehlen?                          Fans von H.H. Geerkens Büchern brauchen ja eigentlich keine Empfehlung. Sie kennen und lieben die authentische Art des Autors von seinen indonesischen Erfahrungen und Recherchen zu berichten. Auch dieses Buch über die Reise zu den Banda-Inseln ist wieder sehr typisch und kompetent. Aber es wäre auch ein Buch für alle neuen – vielleicht sogar jungen – Leser, die etwas genauer über die fatale Rolle und das Agieren des “weißen Mannes” in der kolonialen Welt Südostasiens wissen möchten.  Fünf Sterne! (KS -2020)   

Amerikas wunderbare Jahre ?

David Talbot: Das Schachbrett des Teufels 
Die CIA, Allen Dulles und der Aufstieg Amerikas heimlicher Regierung

Wenn der Untertitel nicht unzweideutig klar machte, wovon dieses Buch handelte, dann ließe der Haupttitel fast  einen Thriller des okkulten Genres vermuten.   Aber nein, der Leser bekommt eine ungemein spannende  Dokumentation zu lesen über den allmächtigen Geheimdienst CIA und seine skrupellosen Chefs, die nach dem 2. Weltkrieg  bis in die Ära Präsident Kennedys in den 1960-er Jahren maßgeblich die Politik der USA in aller Welt bestimmten – ein Machtkartell, das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die Ermordung des Präsidenten Kennedy im November 1963 verantwortlich ist. Das Buch erzählt aus einer Zeit, die in den Erinnerungen älterer Amerikaner als Amerikas wunderbare Nachkriegsjahre gelten. Der 2. Weltkrieg war zu Ende – Amerika der Sieger an allen Fronten. Für die Jugend dieser Zeit die „Rock’nRoll-Jahre“.  Aber waren das wirklich so wunderbare Jahre?

Immer wieder musste ich bei der Lektüre dieses Buches innehalten, um deprimiert zu  verifizieren, was ich da gerade an Unglaublichem gelesen hatte.  Das Buch berichtet zu einem großen Teil über eine Zeit, die auch meine Lebenszeit (*1941 -) ist, über Ereignisse und Namen, die mir durchaus präsent sind. Über deren fatale Hintergründe und Zusammenhänge, ich aber erst durch dieses Buch schlüssig informiert wurde.

Da ist z.B. die bekannte Tatsache, dass der bundesdeutsche Nachrichtendienst BND aus dem militärischen Geheimdienst Nazideutschlands „Fremde Heere Ost“ des General Gehlen entstand. Wie das allerdings zustande kam, zu welchem Preis und unter welchen Auflagen der BND all die Jahre für die CIA funktionierte, das ist wohl wenigen Zeitgenossen klar gewesen. Überhaupt ein deprimiertes  Erstaunen des Lesers über die geheimen Verbindungen noch während des Krieges von Allen Dulles und seinem  Bruder Foster  zu Kontaktleuten in Nazideutschland. Auf Schweizer Banken gebunkertes Nazigold,  – wohl geraubtes Gold aus jüdischem Besitz oder sogar „Blutgold“  aus den KZs -, legte nach dem Krieg den finanziellen Grundstock für die geheimen Aktionen der neugegründeten CIA, mit der Allen Dulles seine eigene Sicht der Prioritäten amerikanischer Weltpolitik durchzusetzen versuchte.

 „Allen Dulles war einer der durchtriebensten Meister verborgener Machtausübung, die Amerika je hervorgebracht hat, und seine ehrgeizigsten Geheimmanöver richteten sich nicht gegen feindliche Regierungen, sondern gegen seine eigene. In Diensten zahlreicher US-Regierungen lernte er diese zu manipulieren und ihre Ziele mitunter auch zu hintertreiben.                          

Aus Sicht der Dulles-Brüder war Demokratie ein Unternehmen, das sorgfältig von den richtigen Männern gesteuert werden musste, nicht etwas, das einfach gewählten Amtsträgern überlassen bleiben durfte, denen die Öffentlichkeit ihr Vertrauen geschenkt hatte. Seit ihren frühesten Tagen an der Wall Street  – wo sie Sullivan & Cromwell führten, die mächtigste Wirtschaftskanzlei der Nation – fühlten sie sich stets an erster Stelle dem Kreis arrivierte, privilegierter Männer verpflichtet, die sie als den wahren Hort der Macht in Amerika ansahen. Obwohl Foster und Allen selbst nicht aus einer jener reichen Familien stammten, die diesen elitären Klub beherrschten, sicherten sie sie sich durch ihre Gewieftheit, ihren missionarischen Eifer und ihre mächtigen Beziehungen einen festen Platz als Führungskräfte dieser exklusiven Welt.“  (Zitat)

Nur so lassen sich die unfasslichen Unternehmen amerikanischer Außenpolitik jener Jahre erklären, in denen  z.B. 1954  im Interesse des US- Bananenunternehmens „United Fruit“ – heute unter dem Namen „Chiquita“ bekannt -, von der CIA ein Staatsstreich in Guatemala inszeniert wurde.  United Fruit  besaß 80% der Plantagen Guatemalas und  kontrollierte bis dahin auch die Regierung  in ihrem Sinne.  (Man erinnere sich an den Ausdruck „Bananenrepublik“!)  Die vom Volk gewählte Regierung  Arbenz hatte  eine Agrarreform zugunsten landloser Bauern in die Wege geleitet, die gar nicht im Sinne von United Fruit war. Das reichte, um im „vitalen Interesse Amerikas“ eine demokratisch gewählte Regierung zu stürzen und das Land in den folgenden Jahrzehnten unter einer Militärdiktatur in einem Albtraum von Mord und  Totschlag versinken zu lassen. Es war dies nur eine von mehreren darauf folgenden dieser skrupellosen Aktionen, mit denen die CIA unliebsame Regierungen durch inszenierte Putsche stürzte,

Es war dieser mörderischen Politmafia, die in der CIA des Allen Dulles ihre extremsten Formen annahm, –  gelungen, die wirtschaftlichen Interessen amerikanischer Konzerne  als die essentiellen Interessen Amerikas und der „freien Welt“ darzustellen. Dazu reichten natürlich nicht einfach die bezahlten Revolvermänner vor Ort, sondern die weltweite Öffentlichkeit musste durch entsprechend gesteuerte Nachrichten gezielt beeinflusst werden. Allen Dulles konnte über seine Beziehungen auf hochintelligente Leute aus den prominenten Universitäten der USA zurückgreifen.  Er nannte ja seinen Dienst nicht einfach „Secret Service“, sondern Central Intelligence  Agency – Zentrale Intelligenz  Agentur.  

Die zentrale Mission, unter der sich damals seine Leute versammelten, war ein fanatischer Antikommunismus.  Das offensive Agieren des sowjetischen Regimes unter Stalin lieferte die nötige Munition, das sich in ein atomares Wettrüsten steigerte, das die Welt bei verschiedenen Gelegenheiten fast in die nukleare Katastrophe geführt  hätte. Selbst Präsident Kennedy, der eigentlich eine ganz neue Politik gegenüber der poststalinistischen Sowjetunion einleiten wollte,  musste sich  1962 in der sog. „Cubakrise“ einer  solchen katastrophalen Herausforderung stellen.

Das letzte Drittel von Talbots Buch widmet sich ausführlich dem  Kampf  zwischen der Regierung  Kennedy und den Interessen der amerikanischen Konzernvertreter  sowie der Cuba-Mafia, die sich weiterhin auf die Beziehungen des Allen Dulles verließen, obwohl dieser als CIA-Direktor längst entlassen worden war.  Nach allem, was der Leser da erfährt, ist es nicht sehr verwunderlich, dass J.F. Kennedy, der weltweit gefeierte Hoffnungsträger des jungen Amerika,  von seinen Feinden so heimtückisch ermordet wurde. Die Umstände seines Todes lassen auf ein hinterhältig geplantes Attentat schließen, dessen restliche Aufklärung bis heute verhindert wurde.                               

Die CIA gibt es bis dato immer noch. Aber sie muss sich seit längerer Zeit ihre Funktion mit anderen geheimen Diensten, wie z.B. der NSA, teilen und kann nicht mehr so eigenmächtig und unüberwacht agieren, wie sie es zu Zeiten von Allen Dulles tat. Aber wie wir seit den Veröffentlichungen des „Wistleblowers“  Edward Snowden wissen,  hat sich der Anspruch der CIA auf weltweite Überwachung von Freunden und Feinden  Amerikas nicht geändert.

Noch etwas ist aus Allen Dulles Zeiten von fataler Brisanz: Der aktuelle Konflikt der USA mit Iran, der seinen Anfang nahm, als Allen Dulles CIA 1953 im Auftrag britisch-amerikanischer Erdölinteressen den demokratisch gewählten  Präsidenten Mossadegh stürzte und den Schah Reza Pahlewi auf den Thron setzte – mit dem Erfolg, dass seit 1979 ein islamistisches Mullah- Regime die Geschicke Irans bestimmt.  Die  Details dieses folgenschweren „Regimechange“ sind im Buch nachzulesen. (Siehe auch „Irans gestohlene Demokratie“ )

Das “Schachbrett des Teufels“  ist für alle politisch interessierten Zeitgenossen  eine ungeheuer lehrreiche Lektion über die Jahre, die für die deutsche Bundesrepublik zu den Jahren des Wirtschaftswunders und der engen deutsch-amerikanischen Beziehungen zählen. Auch  „ Unsere wunderbaren Jahre“ ?                                                                                                                                         

Fünf Sterne für dieses gut zu lesende Buch und seinen Autor (KS – März 2020)

Ein Lob der Ausgrenzung

Das Debakel der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen und das politische Spiel der AfD sollte ganz Deutschland klarmachen, dass es Zeit wird, zu sagen, wofür diese Republik steht, und was sie sich auf keinen Fall erlauben kann. Es verbietet ihre Geschichte: Dass eine faschistische Partei das Zünglein an der Waage spielen darf, wenn es darum geht, wer in diesem Lande regieren wird. Diese  Ansage gilt vor allem den Leuten, die glauben aus angeblich guten Gründen der AFD ihre Stimme geben zu müssen, um aus angeblich guten Gründen dem politischen System dieser Republik eine Lektion erteilen zu sollen.

Es ist einfach nicht wahr, dass man eine Partei wie die AfD nun deshalb  – genau wie alle anderen Parteien – respektieren müsse,  weil sie von einem Teil der Bevölkerung ja in die Parlamente gewählt worden sei.  Auch dann, wenn ihre Ziele und Überzeugungen die Grundwerte und den Grundkonsens dieser Republik in Frage stellt? )

Hier folgen Auszüge aus einem Artikel des SPON – Bloggers Sascha Lobo, der ad item eine sehr klarsichtige politische Analyse liefert und eine notwendige  Strategie fordert. (KS)

Ein Lob der Ausgrenzung 

Sascha Lobo

Vom Umgang mit Faschisten und ihren Wählern

„Seit Jahren beobachte ich im Netz AfD-Anhänger und ihre Umfelder: Putin-Fans und Ex-Linke, Offensiv-Rassisten und Bismarck-Jünger, vorgestrige Sexisten und Islamhasser, Antisemiten und Sozialdarwinisten, Neonazis und Hassbürgerliche, grünlich-braune Tierschützer, Radikallibertäre und viele mehr.

Die meiner Einschätzung nach größte Teilgruppe aber sind diejenigen, die sich für „bürgerliche Mitte“ halten. Sie sind natürlich nicht jene Mitte, denn die AfD ist eine rechtsextreme Partei, in der Menschenfeindlichkeit blüht. Und es spielt nicht die geringste Rolle, welche politische Überzeugung AfD-Wähler glauben zu haben, denn sie wählen Faschisten.“  …..

„Wo ein Wertekompass nicht ganz so eindeutig gepolt ist, kann ein wenig sozialer Druck eine große Hilfe sein. Weil in denjenigen AfD-Wählern, die sich für die bürgerliche Mitte halten, meist noch konservative Restempfindungen vorhanden sind, wirkt Ausgrenzung.

Ziel dieser AfD-Wähler ist es, sich nicht für ihre Wahl schämen zu müssen. Das Ziel aller Demokraten muss daher sein, ihnen klarzumachen: „Doch, ihr solltet euch schämen.“ Das funktioniert keineswegs bei jedem, aber bei der pseudobürgerlichen Möchtegernmitte eben doch“   …..

„Das, worauf es letztlich ankommt, ist die Ausgrenzung der AfD durch echte Konservative und Wirtschaftsliberale – denn sie funktioniert. Das ist weniger einfach, als man glauben möchte, denn in mancher Hinsicht ist die AfD die politische Bad Bank der CDU.Vor der Modernisierung der Union hatten rechte Positionen durchaus einen gewissen Platz in der Partei, und man kann jeden Tag dankbar sein, dass es so simpel nicht mehr ist.“

Der ganze Artilkel ist hier zu lesen:   SPON  -Sascha Lobo, 12.02.2020

Nachtrag : Und wer meint, die Berliner Republik sei nicht die von Weimar, – noch hat er ja Gottseidank Recht – der lese einmal andächtig den Artikel der ‚Frankfurter Zeitung vom 1.11.1929 „Wer wählt nationalsozialistisch?“ Es reicht ja einem beachtlichen Teil der AfD- Klientel schon, wenn sie die verfassungsmäßigen Instrumente der parlamentarischen Demokratie lächerlich und ihre Repräsentanten unglaubwürdig machen. Siehe Thüringen 2020! Eine Alternative für Deutschland ist das wahrlich nicht!

„THE WINNER TAKES IT ALL…“ ?

Nein, die Situation der Welt ist gar nicht weihnachtlich friedfertig, sondern die Zeichen der Zeit stehen auf Konfrontation und Konflikt. In Großbrittanien feiert Wahlsieger Boris Johnson sein Austrittsprojekt  aus der EU als Sieg des demokratischen Willens Großbrittaniens. Dabei bleibt aber die Frage, ob er und seine Partei wirklich  eine Mehrheit der britischen  Wähler hinter sich hat.

Beim Surfen im Netz  fiel mir ein hochinteressanter Artikel des Portals „Nachdenkseiten“ zum britischen Wahlsystem auf, das den famosen Erfolg Boris Johnsons ja erst möglich machte. Würde man das englische Mehrheitswahlrecht auf die Bundesrepublik Deutschland anwenden, dann hätte die Bundestagswahl 2017 einen brisanten „britischen“ Effekt:

Die „historische“ Labour-Niederlage und das britische Wahlsystem

von Jens Berger

Die Tagesschau bezeichnet die Niederlage von Jeremy Corbyn als „historisch“ und viele andere deutsche Medien teilen offenbar diese Ansicht. Dabei wird jedoch gerne unterschlagen, dass das Ausmaß der Niederlage vor allem eine Folge des britischen Wahlsystems ist und andere Zahlen der Deutung einer „historischen Niederlage“ klar widersprechen. Erstaunlich: Hätte Deutschland das britische Wahlsystem, würde die CDU/CSU, die bei den letzten Bundestagswahlen 32,9% der Stimmen bekam, 77% der Bundestagsmandate stellen; die FDP wäre gar nicht, die Grünen mit einer einzigen Abgeordneten vertreten. Einige Fakten zum Wahlsystem und zur Unterhauswahl von Jens Berger und ein Leserartikel von C.K. im Anhang.

Boris Johnson bezeichnete das britische System eines reinen Mehrheitswahlrechts als das demokratischste der Welt. Das ist verständlich, sind seine Tories doch diesmal die großen Profiteure dieses Systems, bei dem gemäß des Abba-Schlagers „The Winner takes it all“ nur die Gewinner der Wahlkreise in das Parlament einziehen. Wie undemokratisch dieses System jedoch eigentlich ist, zeigt ein vereinfachter Blick auf die Ergebnisse der deutschen Wahlkreise bei den letzten Bundestagswahlen. Gäbe es keine Landeslisten, über die Abgeordnete nach dem Verhältniswahlrecht in den Bundestag einziehen, sähe die heutige Sitzverteilung folgendermaßen aus:

  • CDU/CSU: 228 Sitze (77% der Sitze bei 32,9% der Stimmen)
  • SPD:            58 Sitze (20% der Sitze bei 20,5% der Stimmen)
  • Linke:           5 Sitze (1,7% der Sitze bei 9,2% der Stimmen)
  • AfD:              3 Sitze (1,0% der Sitze bei 12,6% der Stimmen)*
  • Grüne:         1 Sitz (0,3% der Sitze bei 8,9% der Stimmen)
  • FDP:             0 Sitze (0% der Sitze bei 10,7% der Stimmen)

Gemäß dem britischen System wären übrigens weder Olaf Scholz, Horst Seehofer, Heiko Maas, Christine Lambrecht, Annegret Kramp-Karrenbauer, Julia Klöckner, Franziska Giffey noch Svenja Schulze „ministrabel“, da sie entweder über gar kein Bundestagsmandat verfügen oder über eine Liste in den Bundestag einzogen.

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Dank an Jens Berger und die „Nachdenkseiten“

 

 

Deprimierend aktuell…

Nein, die Geschichte wiederholt sich nicht, darin sind sich die Historiker einig. Aber es gibt sehr wohl sich ähnelnde Prozesse historischer Entwicklungen, deren Ende nicht ohne weiteres vorhersehbar ist.

Aber wenn im Deutschland von 2019 wieder völkisch-nationalistische Töne, Ängste vor Überfremdung und Fremdenfeindlichkeit salonfähig werden, man politische Gegner bedroht oder gar ermordet,  und eine Partei, wie die AFD, sich versucht als die „wahre Stimme der besorgten Deutschen“  als  „bürgerliche Alternative“ gegen das „etablierte marode System der Altparteien“ der Republik Deutschland zu präsentieren, dann sollten in Deutschland Alarmglocken schrillen und der „deutsche Michel“ zu einer  dringlichen Geschichtsstunde verdonnert werden…

(… ich weiß leider, dass es bei so vielen Leuten nichts nützen wird – sie wollen es einfach  nicht wahrhaben, dass Hitler und seine Mörderbande NSDAP damals ganz demokratisch an die Macht kam, und die „besorgten Deutschen“  ihm mit ihrer Stimme im Wahllokal dazu verhalfen.  Selbst ein eigentlich gebildeter Mann meiner Generation, wie  Dr. jur. Alexander Gauland, entblödete sich nicht, öffentlich im Jahre 2018  zu verkünden, dass  Hitler und die Nazis nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ seien. Ein „Vogelschiss“ ???… von 6 Mio systematisch ermordeten jüdischen Menschen und 55 Mio Kriegstoten!)

Ein gestern in FAZ-online veröffentlichter Artikel aus dem Archiv der „Frankfurter Zeitung“ aus dem Jahr 1929 beschreibt, wie sich die (pseudo)demokratischen Anfänge der oben zitierten Katastrophe im politischen Alltag der damaligen Republik darstellten. Es scheint so deprimierend aktuell… 

Vielen Dank an FAZ-Online (KS)

 FRANKFURTER ZEITUNG – 01.11.1929

Wer wählt nationalsozialistisch?

AKTUALISIERT AM 01.11.2019- (https://www.faz.net/-i18-9rkdj)

 

Zum ersten Mal zieht die NSDAP in den badischen Landtag ein. Die Frankfurter Zeitung zieht erste Schlüsse aus dem Wahlerfolg – und glaubt derweil nicht, dass die Partei die Demokratie gefährden könnte.

Das politische Thema des Tages ist in Baden der Wahlerfolg der Nationalsozialisten und die Frage nach den Gründen für ihn. Viel ist in diesen Tagen darüber geschrieben worden, aber die Erörterung der Frage wird dadurch erschwert, dass die Ursachen für das Anwachsen der nationalsozialistischen Stimmen zu verschiedenartig und im einzelnen Fall zu wenig kontrollierbar sind.

Man muß zunächst übertriebene Auffassungen zurückweisen: der Kern der Wählerschaft hat an der guten demokratischen Tradition des Landes festgehalten; nur ein – allerdings ansehnlicher – Bruchteil ist der nationalsozialistischen Werbung widerstandslos erlegen, nämlich der Teil der Bauernschaft und des Bürgertums, den Kriegsende, Umwälzung und Inflation politisch aus dem Gleise geworfen und derart direktionslos gemacht haben, daß er, verstärkt durch wirtschaftlich Unzufriedene aller Art, seit zehn Jahren von Wahl zu Wahl anderen Phantomen nachjagt.

Es sind die Leute der nationalen Romantik, die die Götzendämmerung des Nationalismus noch nicht erkennen und die sich noch immer nicht zu der Erkenntnis durchgerungen haben, die Alfred Weber kürzlich etwa so formulierte: daß wir, weil wir uns unsere Stellung in der Welt nicht mit „heroischen“ Mitteln schaffen können, darauf angewiesen sind, klug zu sein.

Es sind die Leute mit dem kurzen Gedächtnis, die nicht nur die Lehre des Krieges und der Niederlage nie erfaßt haben, sondern die sich auch absolut nicht mehr daran erinnern, wie es 1923 bei uns aussah und wie ungeheure Fortschritte wir, so groß die Not breiter Volksschichten immer noch ist, seither, doch ganz unbestreitbar politisch und wirtschaftlich gemacht haben.

Es sind die Leute, die innerlich so durcheinander gebracht sind, daß sie kritiklos auf jede Hetze reagieren und jeden Schwindel glauben, der ihnen von skrupellosen Spektakelmachern vorgesetzt wird. Das Märchen vom Sklavenexport, den Deutschland im Young-Plan zugestanden haben soll, gab eine Probe davon, was alles man diesen Leuten bieten kann, ohne ausgelacht zu werden.

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Armageddon im Orient …

 

heißt das neueste in 2018 erschienene Buch von Michael Lüders. „Armageddon“ (auch „Harmagedon“) ist ein biblischer Name für den Ort der Entscheidungsschlacht zwischen den „Mächten des Guten und des Bösen“ am Ende der Welt. (Angemerkt:  Für eine nicht unbedeutende Zahl evangelikaler Christen in Amerika ist  Armageddon ein ganz reales militärisches Schlachtfeld, auf dem Gott seine treuen Christen zum Siege über ihre Feinde führen wird.)

Mit dem Titel Armageddon hat Lüders also ein recht dramatisches Ausrufezeichen gesetzt. ( Erinnert sei ein wenig an Saddam Hussiens propagierte „Mutter aller Schlachten“ im 1. Irak/Kuwaitkrieg 1990/91.) Wenn man das Buch aber gelesen hat, dann versteht man schon, welch apokalyptisches Szenario im Orient  droht. Vielleicht wäre ein Fragezeichen hinter dem Titel  angesagt? Der Untertitel gibt aber Aufschluss, worum es derzeit konkret geht: „Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt.“

Was und wer diese Saudi-Connection ist, die im Iran ihren Erzfeind sieht, das ist in diesem Buch in eindrucksvoller Weise dargestellt. Michael Lüders ist ein Garant seriöser Information über die Situation im Nahen Osten und sein Buch wird von der Kritik einmütig gelobt. Es ist de facto viel zu wenig bekannt über die unseriösen bis desaströsen „deals“, die hinter dieser „Saudi-Connection“ stecken. Das Titelbild zeigt ja, welch groteske Inszenierungen in der Ära Trump möglich sind. Sie sind aber  nur die jüngste Auflage einer schon Jahrzehnte dauernden folgenreichen Geschäftsbeziehung zwischen USA und Saudi-Arabien.

Derzeit unter der Regierung Trump geht es um einen sog. „Regime-Change“ im Iran, bei der die Falken unter Trumps Beratern auch eine militärische Interrvention nicht aussschließen. Sicherheitschef John Bolton 2017: „Erklärtes Ziel der USA sollte es sein, das Mullah-Regime in Teheran zu stürzen…“ Und Außenminister Mike Pompeo: „Muslime verabscheuen Christen. Sie werden Druck ausüben, solange wir nicht beten, vereint sind und kämpfen. Solange wir uns nicht vor Augen führen, dass Jesus Christus unser Erlöser ist und die einzige Lösung für unsere Welt bereit hält.“ ( Und dieser Jesus Christus ist dann sicherlich ein republikanischer US-Amerikaner mit  ausgezeichneten Geschäftsbeziehungen zu wahabitischen Prinzen der saudischen Erdölindustrie!!! Sorry, der Tritt gegen das Schienbein dieses unsäglichen Politpromis musste sein. KS)

Über die fatale Politik der USA und mit ihr des Westens siehe auch ein Interview aus 2015 mit Michael Lüders in diesem Blog: „Die ewige Doppelmoral des Westens“ und auch das bittere Resümee Robert Kennedys (jr) „Warum die Araber uns nicht in Syrien wollen“

Neu für uns Leser von 2018/19 sind Lüders Recherchen über die Rolle des Trump- Schwiegersohnes Jared Kushner im Zusammenspiel mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) und israelischen Hardlinern, sowie Informationen über den furchtbaren Krieg im Jemen, über den hier in den Medien kaum etwas bekannt ist.

Anstelle einer ausführlicheren Rezension zu diesem Buch, hier der Link zu  einem exzellenten Interview im YouTube-Kanal „Jung & naiv“ mit dem Moderator Tilo Jung,  „Armageddon im Orient“, in dem Michael Lüders sich von Tilo Jung befragen lässt. Must see!

Unbedingte Leseempfehlung und fünf Sterne für dieses Buch. (KS – 08-2019)