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Horst H. Geerkens Familien-Saga

DIE AHNEN von Horst H.Geerken

Eine Familiengeschichte in Wort und Bild:                                                                          Geerken/Gerken , Thiel, Mannhardt, Schenk

Ein wunderbares Buch für alle Leser, die irgendwann auf den Gedanken kommen, sich mit der Lebensgeschichte der Männer und Frauen der eigenen Familie zu befassen. Warum bin ich so, wie ich bin und wie ging es denn den Menschen meiner Familie früher? Wo kommen wir denn eigentlich her? Die Älteren unter uns Lesern wissen ja bereits, dass das Interesse daran meist erst in einem Alter einsetzt, in dem schon viele Leute nicht mehr leben, die uns noch authentische Information über die Familiengeschichte und die dazu gehörenden Fakten und Geschichten geben könnten.

Und so  ging es auch dem Autor, der  im Nachwort zu seinem Buch bekennt, leider so manche Familienmitglieder nicht mehr befragen zu können, die noch etwas  wissen konnten über das Leben der Generation davor. Umso erstaunlicher ist aber, was dem Autor in seinem Buch trotzdem gelungen ist: Eine aufwändig historisch abgesicherte Geschichte seiner Vorfahren. sowohl väter- wie mütterlicherseits zu erstellen, die vom Mittelalter bis zum 85. Geburtstag des Autors in 2018 reicht. Erfasst ist die Genealogie der Familien Geerken/Gerken , Thiel, Mannhardt, Schenk.

Viele Jahre hatte Horst H. Geerken  einfach Dokumente und Zeugnisse der Familie gesammelt und abgelegt, bis er fand, dass all diese Dokumente in einen Zusammenhang gebracht werden müssten. Die Idee eines Buches war geboren.  Er meinte, es sei „höchste Zeit, den Stab der Erinnerungen an die noch junge Generation der Nachkommen weiter zu geben.“ Das war bei der Fülle des Materials keine einfache Sache. Ein großes Kompliment an den Autor.

Aber es gibt ja auch wirklich Erstaunliches zu erzählen  und zu berichten über die Vorfahren der Familie des Autors. Auch wenn die Recherche sehr zeitaufwändig gewesen sei, hätte es aber „Freude gemacht, auf den Spuren der Ahnen zu wandern.“  Einiges war bekannt, z.B. dass der Großvater Johann Hinrich Geerken Kunstmaler war und aus Norddeutschland ins Schwabenland kam, aber nicht in der Lage war, seine  Frau und fünf Kinder zu versorgen. Aber dass  z. B. die Tante, Haushälterin bei Albert Einstein war, schien vielleicht nicht so bekannt gewesen zu sein. Auch vielleicht, dass Graf Luckner, ein Seeheld des 1. Weltkriegs, der heimliche Geliebte der Tante Lydia war.

Es gibt so viel zu berichten, was den Nachfahren doch interessant erscheint. Unter den Vorfahren mütterlicherseits fand sich z.B. der berühmte Turmuhrmacher-Meister Johann Michael Mannhardt, dessen Turmuhr heute noch im Köln zu besichtigen ist. Er wiederum war der Sohn eines Klosterbruders, der wohl infolge der Säkularisation seines Klosters seinen Beruf als Braumeister nicht mehr ausüben konnte, seine Kutte an den Nagel hängte und eine Familie gründete, aus deren Schoss nach fünf Generationen der Fernmelde-Ingenieur Horst H. Geerken , der Autor dieses Buches, hervorging.

Und das scheint mir die Stärke dieses Buches auszumachen: Aus dem eigentlich nur historisch-genealogisch und vor allem die weit verzweigte „Geerken-Sippe“ interessierenden Werk, entsteht durch die Erzählung des Autors eine richtig spannende „Familiensaga“,  die auch gut hätte ein Roman sein können, wenn sie nicht vom wirklichen Leben der Familie Geerken berichten würde.  Eine wahrhaft kosmopolitische Familie, deren Mitglieder heute in Europa, USA und Australien zuhause sind.  Die vielen Fotos veranschaulichen das Gelesene.

Der bewegendste Teil des Buches ist die erlebte Zeit des Autors von 1933 bis 2018. Freimütig und detailliert lässt er den Leser an seinem Erleben dieser Zeit teilnehmen.  An der Not der Kindheit der Schwester und des Bruders in Kriegs- und Nachkriegszeit, den Schwierigkeiten des Vaters mit der „Entnazifizierung“, der Jugend in der frühen Bundesrepublik, der ersten Liebe, seinen Hobbies und Leidenschaften, dem beruflichen Werdegang, der 18 erfolgreichen Jahre als Resident der  Firma AEG-Telefunken in Indonesien, der Gründung der Familie mit der Geburt der Tochter in Jakarta, der Übersiedlung nach Australien und der Scheidung  der Ehe, den letzten Jahren der Eltern, dem Leben mit der neuen geliebten Lebensgefährtin und ihrem frühen Tod, der Freude über  die Enkelkinder, denen dieses Buch gewidmet ist.  Horst H. Geerkens Vermächtnis an die nächste Generation, deren lebender „Ahne“ er inzwischen geworden ist.

Fazit: Ein wunderbares Buch für alle, die sich auf eine wahre „Familien-Saga“ einlassen wollen. (KS – Nov 2018)

Nb.

Mehr Details über Kindheit und Jugend des Autors in seinem  Buch                        Missbrauchte Kindheit – Geboren im Jahre von Hitlers Machtergreifung

 Über die Lebensepoche des Autors in Indonesien:                                                                       Der Ruf des Geckos – 18 erlebnisreiche Jahre in Indonesien  und                                               Annette Bräker und Horst H. Geerken: Indonesien – Gestern und heute 

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